Stillen

Bestes aus der Mutterbrust

Von Tobias Lemser · 2016

Wenn das Saugen nicht klappt, tut es auch ein mit Muttermild gefülltes Fläschchen.

Leicht verdaulich, stets wohltemperiert und zudem kostenlos: Muttermilch stellt für Babys nicht nur die optimale Ernährung dar, auch hilft das Stillen, eine enge Mutter-Kind-Beziehung aufzubauen. Welche zahlreichen Vorteile die natürliche Nahrungsaufnahme für den Säugling hat und was Eltern tun können, falls der Milchfluss und das Stillen nicht wie gewünscht funktionieren.

Welche Mutter kann sich nicht daran erinnern: An die Minuten nach der Geburt mit dem Haut an Haut angekuschelten Baby im Arm. Momente des Glücks, die so wichtig für eine enge Mutter-Kind-Beziehung sind. Nicht selten fangen viele Säuglinge in dieser allerersten Lebensphase bereits damit an, die mütterliche Brust ausfindig zu machen. Neben der Suche nach Nähe und Geborgenheit ist es der Instinkt, an die erste mit Abwehrstoffen angereicherte Milch, das sogenannte Kolostrum, zu kommen.

Positive Wirkung auf Babys Gesundheit

Und nicht nur die Kleinsten scheinen es irgendwie zu wissen, auch für die Weltgesundheitsorganisation ist Stillen ohne Frage die beste Ernährung für Babys. Sie empfiehlt eine ausschließliche Gabe von Muttermilch während der ersten sechs Lebensmonate. Denn Muttermilch ist gut verdaulich und so zusammengesetzt, dass sie im ersten Lebenshalbjahr den Bedarf an Nährstoffen und Flüssigkeit ideal abdeckt. Durch das Saugen an der Brust können Neugeborene ihre Nahrungsaufnahme selbst regulieren, was als positiver Nebeneffekt dazu führt, dass die Brustdrüsen der Mutter ihre Milchproduktion dem Hunger und der Entwicklung des Kindes anpassen. Doch nicht nur das: Über die Muttermilch kann das Risiko, an einer Allergie zu erkranken, erheblich reduziert werden. Voraussetzung ist jedoch, dass in den ersten sechs Lebensmonaten die Säuglingsnahrung ausschließlich aus Muttermilch besteht. Ganz nebenbei ist das Stillen zudem die beste Form der Rückbildung nach der Schwangerschaft. Laut einer jüngst in dem britischen Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichten Metaanalyse, die sich auf Daten aus 28 Studien und Analysen zu gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen des Stillens stützt, lässt sich durch das Stillen in wohlhabenden Ländern das Risiko eines plötzlichen Kindstods um mehr als ein Drittel verringern. Auch ergab die Studie, dass in ärmeren Ländern durch längeres Stillen etwa die Hälfte der Durchfallepidemien und ein Drittel der Atemwegserkrankungen verhindert werden.

Störungen im Milchfluss – und nun?

Welche Alternativen gibt es jedoch, wenn das Stillen nicht so klappt und das Baby die nötige tägliche Trinkmenge von einem Fünftel bis einem Sechstel des Körpergewichts nicht erreicht – etwa dann, wenn es entweder zu hektisch trinkt oder beim Saugen einschläft? Eine geeignete Lösung hierfür stellt das Abpumpen und Füttern per Fläschchen dar, auch für die Mütter, die einmal länger zwischen zwei Milchmahlzeiten unterwegs sein sollten. Es gibt Hand- und elektrische Pumpen, bei denen die Saugstärke und das Pumpintervall selbst eingestellt werden. Wer nur ab und zu abpumpt, ist mit einer guten Handpumpe gut beraten. Milchpumpen ahmen die natürliche Saugbewegung des Babys nach, wodurch die Milchproduktion angeregt wird. Positiver Nebeneffekt: Sie verhindern zudem einen Milchstau, sodass schmerzhafte Schwellungen der Brust vermieden werden.

Tipps fürs Zufüttern

Bei Fragen rund ums Stillen stehen jederzeit Hebammen oder Stillberaterinnen zur Seite. Sie geben ebenso Tipps zum Zufüttern mit künstlich hergestellter Milch. Hierbei grundsätzlich für den kindlichen Magen am verträglichsten ist eine sogenannte Pre-Nahrung. Liegen jedoch bei nahen Angehörigen Allergien vor, ist es erforderlich, den Kinderarzt zu befragen, welche Milchsorte am besten ist – auch dann, wenn Muttermilch für den Säugling aufgrund von bestimmten Erkrankungen der Mutter problematisch sein kann. So ist eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse Ursache für eine unzureichende Milchbildung. Ebenso ist bei ausgeprägter Unterernährung, schlecht eingestelltem Diabetes oder Blutarmut zur Zufütterung zu raten. Fest steht: Muttermilch ist die ideale Nahrung für Säuglinge. Da das Stillen jedoch einen Lernprozess zwischen Kind und Mutter bedeutet, der mit Schwierigkeiten einhergehen kann, ist es sinnvoll, sich rechtzeitig Rat bei Stillberaterinnen oder Mütterberatungsstellen zu holen.

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