Auszeiten für Papas

Boxenstopp für die Familie

Von Jens Bartels · 2017

Solange die Kinder noch klein sind, wünschen sich immer mehr Väter eine längere Pause von der Arbeit. Verschiedene Möglichkeiten stehen zur Auswahl. Die praktische Ausgestaltung hängt auch von der aktuellen persönlichen Situation am Arbeitsplatz ab. Eine wichtige Rolle spielt dabei oft ein wohlwollender Chef.

Nicht nur Mütter stehen vor der Frage, wie sie Familie und Beruf in Einklang bringen. Auch Väter denken zunehmend darüber nach. „Die meisten Paare heute möchten eine gleichberechtigte Partnerschaft auf Augenhöhe und immer mehr Männer sind der Überzeugung, dass der Vater seine Berufstätigkeit reduzieren sollte, solange die Kinder noch klein sind“, weiß Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.

Drei Jahre Elternzeit möglich

Der langjährige Klassiker für eine Jobpause bei Familienzuwachs ist die Elternzeit. Sie bietet berufstätigen Müttern und Vätern die Möglichkeit, sich pro Kind maximal drei Jahre um die Betreuung des Nachwuchses zu kümmern, ohne dass der Arbeitgeber kündigen kann. Das Elterngeld unterstützt finanziell die Elternzeit. Der Anspruch dafür beträgt momentan 14 Monate, wenn beide Elternteile mindestens zwei Monate nehmen. Es beläuft sich auf zwei Drittel des vorherigen Monatsgehalts, aber höchstens 1.800 Euro.

Sonderurlaub durch Sabbatical 

Eine weitere Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen, könnte das Sabbatical sein. Es wird auch Gap Year oder Sabbatjahr genannt und bezeichnet einen längeren Sonderurlaub vom Job. In Deutschland gibt es zwar keinen gesetzlichen Anspruch darauf, aber immer mehr Unternehmen bieten flexible Arbeitszeitmodelle an, bei denen drei, sechs oder zwölf Monate Auszeit möglich sind. Wer sein Arbeitspensum ändern möchte, sucht im Idealfall schon vor der Geburt das Gespräch mit dem Chef.

Nicht die richtige Variante dabei? Manchmal reicht es dem neu gewordenen Papa auch schon, wenn er nach der Geburt seinen Jahresurlaub am Stück nimmt. Und studierende Papas können mit Blick auf eine Auszeit natürlich ein Urlaubssemester in Anspruch nehmen.

Wussten Sie schon, dass…

Eine vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebene Studie kommt zu folgenden Ergebnissen: In der älteren Generation der über 70-Jährigen sind 20 Prozent der Männer der Auffassung, dass ein Vater seine Erwerbstätigkeit reduzieren sollte, um mehr Zeit für seine Kinder zu haben, in der Generation junger Männer (bis 29 Jahre) sind es bereits 59 Prozent. Dass ein Mann, wenn er Vater wird, seine Arbeitszeit nicht nur reduzieren, sondern die Arbeit unterbrechen soll, fand 2007 jeder fünfte Mann richtig. 2015 war jeder Dritte dieser Meinung. 

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