Stillen und Folgeernährung

Gesunder Start ins Leben

Von Svenja Runciman · 2015

Muttermilch ist im ersten Lebensabschnitt zweifelsohne die beste Nahrung für Säuglinge. Sie hat zahlreiche positive Wirkungen sowohl auf Kind und Mutter. Für Frauen, die die Brust nicht geben wollen oder können, gibt es Alternativen. Jedoch warnen Experten davor, Muttermilch im Internet zu bestellen.

Experten wissen schon lange, wie wichtig das Stillen für Babys ist – aus vielfältigen Gründen. So enthält Muttermilch in einzigartiger Zusammensetzung alle wichtigen Nährstoffe, die das Kind beim Start ins Leben benötigt. In zahlreichen Studien wurden die gesundheitlichen Auswirkungen nachgewiesen, die sich teilweise sofort bemerkbar machen, teilweise aber auch erst in den späteren Lebensjahren. So unterstützen die Antikörper in der Muttermilch das noch unreife Immunsystem des Kindes, dadurch besteht beispielsweise eine geringere Neigung zur Ausbildung von Allergien. Außerdem werden durch das Saugen an der Brust Kiefer und Mundmuskulatur optimal ausgebildet, was die Sprachentwicklung fördert und das Risiko von Zahnfehlstellungen minimiert. Eine kürzlich veröffentlichte Studie aus Brasilien zeigt, dass Stillen sogar Auswirkungen auf den IQ haben kann: Forscher an der Universidade Federal de Pelotas hielten die Stilldauer von knapp 6.000 im Jahr 1982 geborenen Kindern fest. Nach 30 Jahren führten sie mit den Teilnehmern einen Intelligenztest durch. Ergebnis: Je länger die Babys voll gestillt worden sind, desto mehr Punkte erreichten sie als Erwachsene auf der IQ-Skala. Auch bei Schulbildung, sozialem Status und Einkommen schnitten die lange voll gestillten Kinder besser ab.

Darauf in der Stillzeit achten

Stillen bedeutet nicht nur Nahrung und Schutz, sondern es befriedigt auch andere wichtige Bedürfnisse von Mutter und Kind. Das Baby erfährt durch den engen Körperkontakt Wärme und Geborgenheit, zwischen Mutter und Kind entsteht so ganz automatisch eine innige emotionale Bindung. Die Stillhormone entspannen und machen Mütter ausgeglichener, was hilft, die manchmal anstrengende erste Zeit nach der Geburt besser zu bewältigen. Stillende Mütter sollten jedoch einige wichtige Dinge beachten. Beispielsweise sollten sie keinen Alkohol trinken, da dieser über das Blut in die Muttermilch gelangt. Auch einige Medikamente können problematisch sein. Abgeraten wird stillenden Müttern ebenfalls davon, ihre Haare zu färben, da nicht ausreichend geklärt ist, welche Auswirkungen die chemischen Substanzen aus Haarfärbemitteln, die ebenfalls in die Muttermilch gelangen, auf die Gesundheit des Kindes haben. Kein Problem stellen dagegen eine Erkältung der Mutter oder in Maßen getrunkener Kaffee dar.

Feste Nahrung erst ab vier Monaten

Im ersten Lebenshalbjahr enthält Muttermilch also alles, was ein Baby für seine Ernährung und Entwicklung braucht. Frühestens nach dem vierten Monat, aber nicht später als im siebten Monat sollte aber nach und nach die so genannte Beikost eingeführt werden. Vor der 17. Woche sollte dies nicht geschehen, da der Darm des Babys in den ersten vier Monaten noch reift und erst danach feste Nahrung verdauen kann. Die Beikost, die zunächst aus Breien besteht, wird in einzelnen Schritten in den Essensplan des Kindes eingeführt. So können die Eltern beobachten, ob dem Kind die jeweiligen Zutaten gut bekommen oder ob eventuell Unverträglichkeiten bestehen.

Gefahr von Infektionen

Wie lange eine Mutter stillt, ist ihr überlassen, mindestens sollten es jedoch vier Monate sein. Doch was passiert, wenn sie – aufgrund einer Erkrankung, einer Verletzung der Brust oder eines chirurgischen Eingriffs – nicht stillen kann oder darf? Als Ersatz eignet sich in diesen Fällen industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung auf der Basis von Kuh- oder Sojamilch. Diese ist als Säuglingsanfangsnahrung erhältlich, die in ihrer Zusammensetzung weitgehend der Muttermilch entspricht, sowie als Folgenahrung, die auf die Bedürfnisse im Beikost-Alter abgestimmt ist. Die Selbstherstellung von Säuglingsnahrung ist nicht empfehlenswert, da der Nährstoffgehalt nicht so ausgewogen ist wie bei der industriellen „Ersatzmuttermilch“. Außerdem warnt das Bundesernährungsministerium davor, fremde Muttermilch zu erwerben, wie es in einigen Internetkontaktbörsen möglich ist. Schließlich können über Muttermilch Infektionen übertragen werden, außerdem kann es beim Abpumpen, Umfüllen oder beim Transport hygienische Mängel geben. Die Nationale Stillkommission empfiehlt daher, sich bei Bedarf an offizielle Milchbanken zu wenden, in denen für die Spenderinnen umfangreiche Hygieneregeln bestehen und die Muttermilch genauestens untersucht wird.

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