Laufentwicklung

Stabil durchs Leben gehen

Von Wiebke Toebelmann · 2017

Endlich ist es soweit: Der Nachwuchs kann laufen! Die Freude wird oft von der Unsicherheit begleitet: Wann braucht der Zwerg die ersten richtigen Schuhe? Welche Schuhwerk ist am geeignetsten? Fakt ist: Auf die die richtige Messung kommt es an, denn Größen sind häufig falsch deklariert und Kinderfüße wachsen rasant.

Kind steht mit Gummistiefeln in einer Pfütze
Selbst bei Gummistiefeln, die selten getragen werden, muss die Größe stimmen.

Es ist ein spannender Meilenstein, der da geschieht: Das Baby macht seine ersten Schritte. Noch ist es reichlich wackelig auf den Beinen, aber es wird nicht lange dauern, bis der kleine Entdecker die Welt auf zwei Beinen erforschen möchte. Je sicherer und eigenständiger das Kind laufen kann – übrigens meist im Alter zwischen elf und 15 Monaten –, desto näher rückt das Ereignis des ersten Schuhkaufs. Dann reichen weder Anti-Rutsch-Socken noch Regen-Füßlinge: Jetzt muss etwas Stabiles her, zumindest für draußen. Denn drinnen gibt es nach wie vor nichts Besseres für die Fußentwicklung als barfuß zu laufen. So ein Babyfuß steht schließlich noch völlig am Anfang, obwohl schon alles da ist, was gebraucht wird: 26 Knochen, 33 Gelenke, 107 Sehnen und Bänder und 20 Muskeln. 

Luftzirkulation und guter Sitz

Generell gilt: Eine gute Beratung durch einen fachkundigen Verkäufer ist das A und O. Zum Beispiel ist es wichtig, dass die kleinen Lauflerner Schühchen bekommen, die zwar fest, aber nicht zu starr sind. Denn die Bewegungsfreiheit und die Entwicklung des Fußes sind zu dieser Zeit essenziell. Damit es nicht zu Schweißfüßen oder gar Pilzinfektionen kommt, empfehlen sich atmungsaktive Materialien: Echtes Leder und bei wärmeren Temperaturen Segeltuch oder auch Baumwolle stehen hier hoch im Kurs. Eine möglichst flexible Sohle hilft dem Kind, das Abrollen des Fußes zu üben. Zudem sollte der Schuh nicht zu hoch am Knöchel abschließen, sodass genug Bewegungsfreiheit gewährleistet ist.

Wie groß sollte der Schuh sein?

Die Größe ist beim Schuhkauf das zentralste Thema und kann recht kniffelig werden. Denn die angegebene Größe kann trotz allem von der tatsächlichen abweichen. Selbst durch Anprobieren lässt sich kaum abschätzen, welche Größe nun zu wählen ist, schließlich kann sich das Kind noch nicht zum Sitz äußern. Oft sind nur ein paar Millimeter ausschlaggebend. Ein Schuhverkäufer kann Länge und Breite des Fußes genau vermessen und passende Modelle anbieten. Hat das Kleine vielleicht „Quadratlatschen“? Oder ganz besonders schmale Füße? Dinge, die der ungeschulte Blick der Eltern oftmals nicht beurteilen kann. Und wie man an der übrigen Kleidung der lieben Kleinen sieht: Größen verändern sich häufig und schnell. Ein einziger Wachstumsschub kann schon zur Folge haben, dass ein Schuh, der noch vor drei Monaten passte, jetzt zu eng ist. Bleibt dies unbemerkt, kann es zu fatalen Spätfolgen kommen. Nicht ohne Grund sind 98 Prozent der Füße von Neugeborenen gesund – und nur 40 Prozent der Erwachsenenfüße. Wird der Fuß eingepfercht oder gestaucht, kann sich die Zehenstellung verändern. Gelenkentzündungen, Muskel- und Sehnenschmerzen, Muskelverkürzungen und Durchblutungsstörungen sind die Folge. Übrigens: Zu groß sollte ein Schuh natürlich auch nicht sein, denn so wird ein korrektes Abrollen behindert und es wird hin- und hergerutscht. 

Füße regelmäßig vermessen

Gerade sehr kleine Kinder haben es überhaupt nicht gern, wenn eine fremde Person an ihren Füßchen rumhantiert. Und immer wieder in einen Schuhladen zu gehen, nur um „mal kurz nachzumessen“ ist auch nicht gerade ideal. Eltern haben aber auch die Möglichkeit, sich selbst regelmäßig ein Bild zu machen über die benötigte Schuhgröße des Nachwuchses. Zur Auswahl stehen klassische manuelle Messgeräte, mit denen sich mittels Schieber die Schuhgröße über die Länge des Fußes ermitteln lässt. Mit der digitalen Variante hingegen lassen sich Länge und Breite von Fuß und Schuh exakt ausmessen – mit einem präziseren Ergebnis.

Fazit: Ein Kinderschuh muss wirklich genau passen – gerade am Anfang, wenn der kleine Fuß noch weich und formbar ist und leicht Fehlstellungen entstehen können. Daher gilt: Lieber einmal zu häufig das Füßchen vermessen und auf der sicheren Seite sein.

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