Windelwahl

In trockenen Tüchern

Von Nadine Effert · 2016

Ein Kleinkind mit Windel läuft umher. Thema: Windelwahl
Windeln sollten Babys genügend Bewegungsfreiheit lassen.

Das Wickeln an und für sich ist keine komplizierte Sache. Schließlich lernen Mütter in spe – und bestenfalls auch ihr Partner – bereits im Geburtsvorbereitungskurs, wie die Windel richtig anzulegen ist. Etwas kniffliger wird es, wenn es um die Wahl der Windel geht: Welche Größe passt dem Baby? Wegwerf- oder waschbare Stoffwindeln? Können Discounter-Windeln mit Markenprodukten mithalten?

Wer zum ersten Mal vor dem Windel-Regal steht, stellt schnell fest, dass die Auswahl riesig ist. Doch im Prinzip haben alle modernen Varianten etwas gemeinsam: Sie sind wahre Hightech-Produkte. Praktische Klebeverschlüsse, elastische Bündchen, atmungsaktive Außenhaut und sogenannte Superabsorber, das sind kleine Granulat-Kügelchen, die bis zu das Zwanzigfache ihres Eigengewichts aufnehmen können, sorgen für maximalen Tragekomfort und einen trockenen Po. Doch selbst die innovativste Windel bringt rein gar nichts, wenn sie nicht richtig passt.

Windelwahl: Größenangaben sind nicht einheitlich

Die Größen der Einmalwindeln richten nach dem Körpergewicht des Kindes. Steht auf der Packung „Größe 1“, dann eignet sie sich für Neugeborene mit einem Gewicht zwischen zwei und fünf Kilogramm. Allerdings unterscheiden sich die Eignungsangaben von Hersteller zu Hersteller – das gilt auch für den Schnitt der Windel. Probieren geht daher über Studieren. Tipp: Viele Windelhersteller bieten Probepackungen mit zwei Windeln an, die in Drogerien erhältlich sind oder beim Hersteller angefordert werden können. Auf die Weise ist es Eltern möglich, einen Testlauf zu starten, bevor sie eine Großpackung an Windeln kaufen, die am Ende nicht perfekt passt.

So muss die Windel sitzen

Eine Windel darf weder zu eng, noch zu locker sitzen. Die Beinchen dürfen nicht „abgeschnürt“ werden und es sollten ein bis zwei Finger zwischen Windel und Körper passen, sonst kann es zu schmerzhaften Druckstellen und Reizungen der Haut kommen. Zu weit darf die Windel auch nicht sein, sonst bleibt der Inhalt nicht dort, wo er bleiben soll – nämlich in der Windel. In den ersten Wochen nach der Geburt ist der Stuhlgang oft sehr flüssig. Das ist normal, führt aber dazu, dass der Durchfall gerne mal aus den Windeln läuft und die Kleidung des Babys beschmutzt. Manche Hersteller bieten spezielle „Neugeborenen“-Windeln an, die dieses Malheur und unnötige Wäscheberge verhindern sollen. Spätestens, wenn Baby „Groß“ macht, ist es Zeit zum Wickeln. Säuglinge brauchen etwa sechs bis acht Mal am Tag frische Windeln.

Sind Stoffwindeln günstiger?

Apropos Wäscheberge: Diese nehmen Eltern, die statt Wegwerfwindeln das Pendant aus waschbarer Baumwolle verwenden, bewusst in Kauf. Ein plausibler Grund sind die geringeren Kosten. Zwar muss zu Beginn ein Grundbestand an Stoffwindeln, die in der Regel aus den Komponenten Überhose, Saugkern und Windelvlies bestehen, gekauft werden, weitere Kosten entfallen jedoch durch die Möglichkeit der Wiederverwendung. Wenn man bedenkt, dass Kleinkinder in den ersten beiden Lebensjahren schätzungsweise rund 6.000 Windeln verschleißen, kommt da einiges zusammen. Bei einem Einzelpreis von zum Beispiel 25 Cent pro Windel macht das immerhin über 1.500 Euro. Bei Mehrwegwindeln muss lediglich mit etwa einem Viertel dieser Kosten gerechnet werden. Manche Eltern entscheiden sich jedoch nicht nur aus Kostengründen für die durchaus kompliziertere und zeitintensivere Wickelmethode, sondern auch der Umwelt zuliebe – sprich um unnötigen Müll zu vermeiden.

Windeln sind umweltverträglicher geworden

Täglich werden in Deutschland rund zehn Millionen Windeln verwickelt; über 90 Prozent davon sind Wegwerfwindeln. Allerdings ist die Ökobilanz von Stoffwindeln nicht unbedingt besser, da sie Energie, Wasser und Waschmittel verbrauchen. Und: Es gibt auf dem Markt inzwischen sogenannte Öko-Windeln, die zum Teil aus biologisch abbaubaren Kunststoffen bestehen. Hauptsächlich sind bei diesen Modellen die Wäscheschutzfolie und der Windelkarton kompostierbar. Fakt ist: Stoffwindeln müssen häufiger gewechselt werden, sind dafür aber mit so gut wie jedem Baby-Po verträglich. Fazit: Auf die Frage, welche Windel nun die beste ist, gibt es keine pauschale Antwort. Es hängt ganz davon ab, womit Eltern sich anfreunden können: Soll das Wickeln möglichst schnell gehen? Spielen die Kosten eine Rolle? Möchte man lieber den eigenen Wäsche- oder den allgemeinen Müllberg klein halten? Selbst der Preis ist kein eindeutiges Indiz für die Windelqualität: Tests zeigten, dass vereinzelt auch günstigere No-Name-Produkte gut abschneiden.

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