Geburtsschmerzen

Umgang mit dem Feind und Helfer

Von Sarah Schroth · 2016

Gut informiert, kann frau der Geburt freudig entgegensehen.

Mutterglück ist, wenn man mit kugelrundem Bauch im fertigen Kinderzimmer steht und es kaum abwarten kann, bis der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt. Doch nicht alle können die Schwangerschaft voller Vorfreude genießen. Die Angst vor den Geburtsschmerzen lässt viele werdende Mütter mit Unbehagen auf den Stichtermin blicken – zu Unrecht.

Auslöser der Geburtsschmerzen sind Wehen: wellenförmige Kontraktionen der Muskeln der Gebärmutter. Sie pressen das Kind buchstäblich aus dem Mutterleib heraus und versorgen die Supermama in spe mit den dafür nötigen Superkräften in Form von Hormonen, wie Oxytocin und Endorphin. Einige Frauen nehmen diese Schmerzen aber so intensiv wahr, dass sich während der Geburt ein Teufelskreis aus Angst, Verspannung und Erschöpfung entwickelt, der kaum auszuhalten ist und durchbrochen werden muss.

Auf die PDA greifen viele Frauen zu

Schmerzlindernde Medikamente können in Tablettenform, als Zäpfchen sowie über die Vene oder den Muskel verabreicht werden. Am effektivsten werden Geburtsschmerzen aber mit der Periduralanästhesie (PDA) bekämpft. Dabei werden die Medikamente über eine lange Hohlnadel in Beckenhöhe direkt an den Wirkungsort, den sogenannten Periduralraum um das Rückenmark, gespritzt. Insgesamt ist die PDA gut verträglich und die Komplikationsrate extrem niedrig. Es kann zu Taubheits- und Schwächegefühlen in den Beinen, Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen kommen, die aber im Normalfall schnell wieder abklingen. Mittlerweile finden circa 30 bis 50 Prozent der vaginalen Geburten in Deutschland unter einer PDA statt. Wichtig ist die richtige Dosierung: Ist sie zu hoch, verliert die Frau das Gefühl für die Wehen und die Fähigkeit zum Pressen, sodass sich die Geburt in die Länge ziehen oder gar ein Kaiserschnitt nötig werden kann.

Zwei Alternativen: Selbsthypnose und „Lachen“

Natürlich ist es jeder Frau selbst überlassen, ob und welche Methode der Schmerzlinderung sie anwenden will. Es kann nicht schaden, sich vor der Geburt über Alternativen zur PDA zu informieren. Eine medikamentenfreie Alternative bietet eine neuer Trend aus den USA: das Hypnobirthing, bei dem die Schwangere lernt, durch Selbsthypnose, Entspannungstechniken und Achtsamkeitstraining dem Teufelskreis aus Angst, Spannung und Schmerz bei der Geburt zu entkommen. Eine weitere schonende Alternative bietet die Anwendung von Lachgas, das über eine Atemmaske eingeatmet wird und zu einer sofortigen und kontrollierten Abnahme von Schmerzen führt. Obwohl Lachgas eine extrem risikoarme und effiziente Methode zur Schmerzlinderung ist, erobert es Deutschlands Kreißsäle erst seit einigen Jahren. Darüber können die Franzosen, Australier und Engländer nur lachen: Bei ihnen ist Lachgas nämlich längst als Standardverfahren bei der Geburt im Einsatz.

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