Geburtsschmerzen

Wenn die Wehen kommen

Von Nadine Effert · 2015

So groß die Vorfreude auf das Baby auch sein mag, die Schmerzen bei der Geburt, die leider keiner Frau erspart bleiben, werfen ihre Schatten schon in der Schwangerschaft voraus. Aushalten? Oder lieber doch nicht? Ein Patentrezept gibt es nicht, dafür eine Auswahl an schmerzlindernden Verfahren, über die sich Schwangere schlaumachen sollten.

Wehenschmerzen sind im Grunde nichts anderes als starke Muskelschmerzen, die durch kräftige, rhythmische Kontraktionen der Gebärmutter ausgelöst werden. Nur so öffnet sich der schmerzempfindliche Muttermund Stück für Stück auf einen Durchmesser von etwa zehn Zentimeter, damit das Köpfchen des Kindes durchpasst. Auch die weite Dehnung der Muskeln und Bänder des Beckenbodens sowie des Dammes ist alles andere als angenehm. Zwar eilt der Körper mit eigenen Schmerzmitteln, den auch als Glückshormone bekannten Endorphinen, zur Hilfe, vielen Frauen reicht das aber nicht. Sie wollen, dass man ihnen die Schmerzen nimmt.

PDA verlängert Geburt

Klassische Analgetika, krampflösende Medikamente oder Opioide haben entscheidende Nachteile: Sie mindern die Wachheit der Mutter, schwächen die Wehen und können die Atmung des Ungeborenen beeinträchtigen, was oftmals einen Kaiserschnitt nötig macht. Daher fällt am häufigsten, bei etwa zwei Drittel der Geburten, die Entscheidung für eine Periduralanästhesie, kurz pda, bei der über eine Kanüle, die zwischen dem dritten und vierten Lendenwirbel sitzt, ein lokales Betäubungsmittel verabreicht wird. Zwar ist die Methode effektiv in puncto Schmerzlinderung, allerdings zieht sich die Geburt in die Länge. Forscher der University of California haben durch eine Datenanalyse von über 42.000 Geburten herausgefunden, dass es mit einer pda zwei Stunden länger dauert, bis das Kind das Licht der Welt erblickt. Bei einer pda ist eine nicht zu hohe Dosierung wichtig, sonst geht das Gefühl für die Wehen und die Fähigkeit zum Pressen verloren. Mit Lachgas, das derzeit in deutschen Kreißsälen ein erfolgreiches Comeback feiert, kann das nicht passieren, da die werdende Mutter die Dosierung selbst steuern kann.

Vorsorgen mit Vitamin D?

Jede Frau empfindet Geburtsschmerzen anders – je nach persönlicher Schmerzgrenze, körperlicher Konstitution und seelischer Verfassung. Und, zumindest wenn es nach US-Wissenschaftlern vom Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles geht, ist das Ausmaß der Schmerzen auch abhängig vom Vitamin-D-Spiegel. Ihre Studie brachte zutage, dass Gebärende mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel mehr Schmerz- beziehungsweise Narkosemittel brauchten. Welchen konkreten Einfluss Vitamin D auf den Körper diesbezüglich hat, ist noch unklar. Allerdings vermuten die Forscher, dass es die Schmerzmechanismen beeinflusst und die Muskeln stärkt. Sie raten daher zu einer Überwachung des Blutbilds im Hinblick auf Vitamin D während der Schwangerschaft.

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