Die richtigen Babyschuhe

Auf die Schuhgröße ist kein Verlass

Von Frank Wagner · 2018

Babyfüße. Die richtigen Babyschuhe helfen bei einer gesunden Entwicklung
Zu kleine oder schlecht sitzende Schuhe können zarte Babyfüße dauerhaft verformen.

Endlich: Das Kind kann laufen, oder zumindest fast! Über kurz oder lang werden also Schühchen benötigt, aber viele Eltern befürchten, dabei etwas falsch zu machen. Und das leider nicht ganz zu unrecht, denn sehr viele Kinder tragen zu kleine Schuhe. Unter anderem Fehlstellungen können die Folge sein. Doch wie lässt sich das Thema in den Griff bekommen?

Wenn – meist zwischen dem 10. und 18. Monat – die ersten Schritte geprobt werden, ist unbestritten Barfußlaufen das Beste. Doch irgendwann werden doch erste Schuhe benötigt, und dann gilt vor allem eines: Sie müssen perfekt passen. Aber gerade das ist offenbar gar nicht so einfach umsetzbar. Das Branchenportal stylers.de ließ 2017 mehr als 2.100 Eltern per Online-Panel zu diesem Thema befragen. Das Ergebnis: 65 Prozent der Kinder trugen zu kleine Schuhe, teilweise waren es sogar zwei Größen. 

Motorische Entwicklung in Gefahr

Bereits im Jahr 2009 hatte eine wissenschaftliche Untersuchung der Medizinischen Universität Wien ähnliche Zahlen ergeben. Das Problem: Besonders bei kleinen Kindern können zu kleine Schuhe Muskel- und Sehnenschmerzen zur Folge haben. Die Wiener Studie konnte sogar veränderte Zehenstellungen und Wirbelsäulenprobleme nachweisen. Leider gibt es keine internationale Norm für Schuhgrößen, zudem weicht – wie die Studien zeigen – bei den meisten Produkten das Schuhinnenmaß von der angegebenen Größe ab. Eltern, aber auch manche Verkäufer fallen nur allzu leicht darauf herein. Denn auch der berühmte Daumentest ist bei Kindern leider wertlos, da sie instinktiv ihre Zehen zurückziehen und zu enge Schuhe meist auch nicht spüren, da diese Sensibilität oft noch nicht ausreichend entwickelt ist.

Die richtigen Babyschuhe dank regelmäßiger Messungen

Kinderschuhe sollten im Innenmaß mindestens zwölf Millimeter Luft nach vorn haben, und zwar bezogen auf den längeren Fuß. Immerhin sind hier Unterschiede von bis zu sechs Millimetern keine Seltenheit. Ideal sind sogar zusätzliche fünf Millimeter, also 17 insgesamt, denn Kinderfüße wachsen im Durchschnitt einen Millimeter pro Monat, was bis zu drei Schuhgrößen jährlich ausmachen kann. Fachleute raten dazu, alle zwei Monate die Füße nachzumessen, mit analogen oder besser digitalen Schuhinnenmessgeräten, im Kinderschuhladen oder zu Hause. In einem guten Fachgeschäft wird man außerdem wissen, dass weder Turnschuhe noch Gummistiefel als erster Schuh geeignet sind. Denn, um das richtige Abrollen zu lernen, braucht das Kind stabile Sohlen und der Fuß Halt. Zusätzlich sind Verstärkungen an Ferse und Schuhspitze empfehlenswert. Auch wenn scheinbar viel zu oft neue Kinderschuhe fällig werden, sollten Eltern nicht am falschen Ende sparen. Gebrauchte Qualitätsschuhe sind immerhin, auch aus Sicht der meisten Ärzte, durchaus eine gute Alternative, allerdings sollten Fußbett und Sohle noch nicht zu stark abgenutzt sein.

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