Vaterrolle im Wandel

Männer haben‘s nicht leicht

Von Michael Gneuss · 2018

Ein gestresster Vater mit Säugling im Büro. Thema: Vaterrolle im Wandel

Papa werden ist nicht schwer, Papa sein dagegen sehr – die Rolle des Vaters ist im Wandel begriffen: weg vom distanzierten Patriarchen, der die Familie versorgt und bewacht, und hin zum mitfühlenden und miterziehenden Papa, der auch mal zu Fläschchen oder Windel greift. Ganz einfach haben es die modernen Väter in unserer Gesellschaft aber nicht.

Eltern leben länger

Schlaflose Nächte, ständige Sorgen, Streit in der Pubertät – so wunderschön es ist, Kinder zu haben, so stressig ist es auch. Das muss aber nicht immer schlecht sein. Zumindest auf die Lebenserwartung wirkt das Elternsein positiv. So litten verschiedenen Untersuchungen zufolge Mütter seltener unter Blut­hochdruck, bei Vätern wurde ein geringeres Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen festgestellt als bei kinderlosen Männern. Und in einer norwegischen Studie zeigte sich: Kinderlose Menschen zwischen dem 45. und 68. Lebensjahr neigen eher dazu, vorzeitig zu sterben, als Menschen mit Kindern. Kinderlose Frauen zeigten ein um 50 Prozent erhöhtes Sterberisiko, Männer immerhin eines um 35 Prozent. Konkrete Gründe fanden die Forscher nicht; eines ist jedoch klar: Mit Kindern lebt man länger.

Mama muss wickeln

Die klassische Rollenverteilung gilt weiterhin – zumindest in Cafés, Restaurants und öffentlichen Einrichtungen. Denn der Wickeltisch steht in der Regel in der Damentoilette – Vätern, die ihre Kleinen wickeln wollen, bleibt da oft der Zugang versperrt. Nur in Ausnahmefällen finden sich Wickelmöglichkeiten in Damen- als auch Herrentoilette oder gar in einem abgetrennten Raum. Dabei kümmern sich zunehmend auch die Papas um die hygienischen Belange des Nachwuchses. Wir fordern deshalb: Wickeltische rein in die Männertoiletten!

Teures 2.0-Land 

Im Silicon Valley sind die Chancen, ein hohes Einkommen zu beziehen, bekanntlich hoch. Doch hoch sind auch die Lebenshaltungskosten. Zu hoch für viele junge Menschen, um eine Familie zu gründen. Laut dem Arbeitnehmer-Portal „Blind“ haben rund 58 Prozent der Angestellten in der Region, in der viele 2.0-Unternehmen gegründet wurden, ihre Familienplanung aus finanziellen Gründen nach hinten geschoben. Besonders hoch ist die Quote übrigens bei Apple: Hier haben 69,11 Prozent der Mitarbeiter die Familiengründung vertagt. Für den Papa 2.0 scheint ausgerechnet das 2.0-Land nicht so einfach zu sein. 

Vatertag in Europa

Pappendag, Fête des pères, Fars Dag, Vaderdag, Día del Padre, Father‘s Day, Festa del Papá, babalar günü oder Dia do Pai – in ganz Europa ehren Kinder ihre Väter an einem bestimmten Tag. Meist ist es der zweite oder dritte Sonntag im Juni, oft auch der Josefstag am 19. März oder der zweite Sonntag im November. In Deutschland feiern Väter bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts an Christi Himmelfahrt – meist mit Fahrrad, Bollerwagen und jeder Menge Alkohol. In der DDR wurde daraus der Herrentag – so konnten auch kinderlose Männer mitfeiern.

Bildung immer relevanter

Männer, die eine zentrale Rolle in der Familie und der Kinderbetreuung spielen wollen, sollten sich vielleicht für eine Frau mit guter Ausbildung entscheiden. Eine Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und der Universität Tübingen hat herausgefunden, dass der Bildungsabschluss als Kriterium für den Wiedereinstieg ins Berufsleben in den vergangenen 20 Jahren immer größer geworden ist. Im Westen Deutschlands lagen die Anteile der niedrig- und der hochgebildeten Frauen, die wieder in den Job zurückgekehrt sind 1997 13 Prozentpunkte auseinander. Im vergangenen Jahr waren es bereits 25 Prozentpunkte. Im Osten ging es im gleichen Zeitraum von drei Prozentpunkten auf 30 Punkte hoch.

Vaterrolle im Wandel: Heikles Home Office

Um Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können, wünschen sich viele Väter die Möglichkeit, öfter vom heimischen Arbeitszimmer aus tätig zu werden. Eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft kommt nun aber zum Schluss, dass flexibles Arbeiten die Wahrscheinlichkeit von Beruf-Familie-Konflikten sogar noch erhöht. Unter den mobilen Computerarbeitern in Deutschland haben der Studie zufolge zwei Drittel meistens oder immer das Gefühl, dass ihre Arbeit sie davon abhält, ihrer Familie so viel Zeit zu widmen, wie sie es wollen. In anderen Beschäftigtengruppen trete dieses Gefühl weitaus seltener auf, haben die Forscher festgestellt. Fazit der Studienautoren: Der Wunsch nach mehr räumlicher und zeitlicher Flexibilität macht die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben durchlässiger und damit Konflikte wahrscheinlicher.

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