Väter im Beruf

„Unternehmen können nur profitieren“

Von Im Gespräch mit Andrea von Gersdorff · 2018

Volker Baisch. Thema: Väter im Beruf

Volker Baisch, Geschäftsführer der Väter GmbH in Hamburg, über Elternzeit von Vätern und Herausforderungen, denen sie im Berufsleben begegnen.

Stehen Unternehmen dem Wunsch von Vätern nach Elternzeit positiv gegenüber?

In der Regel schon. Inzwischen wird eine „Zwei-Monate-Elternzeit“-Kultur bei Vätern gerade in größeren Unternehmen ohne berufliche Einbußen zugelassen. Nehmen Väter allerdings länger als zwei Monate Elternzeit, wird es nach wie vor oft schwierig. Es gibt aber einen eindeutigen Trend: Mittlerweile nutzen knapp 37 Prozent der Väter die Elternzeit. Allerdings nehmen von diesen gut 80 Prozent immer noch die klassischen zwei Partnermonate, mit einer leicht steigenden Tendenz zu mehr Monaten.

Was hält Väter davon ab, mehr Elternzeit zu nehmen?

Sie waren hauptsächlich unsicher, wie der Vorgesetzte reagiert, und sorgten sich um konkrete Nachteile hinsichtlich ihres Arbeitsplatzes oder ihrer Karriere. Gerade aus klein- und mittelständischen Unternehmen mit älteren Vorgesetzten wird dazu berichtet, dass ihnen unterstellt wird, sie würden sich nicht engagieren, seien nicht loyal und es bestünden keine Karriereperspektiven mehr. 

Wo liegt der Dreh- und Angelpunkt für Veränderungen?

Häufig mangelt es an Vertretungen für die fehlenden Mitarbeiter, sodass die Führungskräfte deren Aufgaben bearbeiten, was bei ihnen ebenfalls zu Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie führen kann. Führungskräfte spielen insofern eine entscheidende Rolle, da sich dieser Mehraufwand an die Unternehmen richtet, die Lösungen anbieten müssen. Studien zeigen, dass sich 80 Prozent der Manager für flexible Arbeitszeiten interessieren und dass die Leistungsbereitschaft bei jungen Vätern und Müttern nicht abnimmt, sondern sie hingegen fokussierter arbeiten.

Quelle: Statista, 2016

Was würde jungen Vätern, aber auch Führungskräften weiterhelfen?

Es sind definierte Vertretungsregelungen zur Entlastung der Führungskräfte notwendig. Zudem sollten sie geschult und sensibilisiert werden, um passend auf zunehmende Eltern- und Teilzeitbedürfnisse reagieren zu können. Es muss klar sein, dass diese Angebote auch für Väter gelten. Die Reduzierung von Dienstreisen stellt ebenso eine weitere Herausforderung dar wie die Abschaffung einer Anwesenheits-Kultur jenseits der üblichen Bürozeiten. Ansonsten hilft immer der Austausch mit anderen Vätern, erfahrenen Kollegen oder dem Betriebsrat.   

Bringen Väter nach der Elternzeit zusätzliche Fähigkeiten mit?

Befragungen zur Selbsteinschätzung von Vätern nach der Elternzeit haben ergeben, dass gute Planungs- und Organisationsfähigkeiten, wie beispielsweise unter Zeitdruck handeln, mit Zeit verantwortungsvoll umgehen, Kontakte herstellen und selbstständig Informationen beschaffen, in der Familie trainiert werden. Davon können Unternehmen nur profitieren.

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